E.M.H. “Briefe vom Abbau” Nr.2


Vorwort und Hinweis : Wie rufe ich diese  : E.M.H. “Briefe vom Abbau Nr.2”  auf ?

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Alle diese Briefe werden zusätzlich mit diesem speziellen “Tag” versehen,damit sie leicht wieder aufgefunden werden können.

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E.H.H. “Briefe vom Abbau” Nr. 2

Noch mehr Erinnerungen aus dem Abbau und Heilsberg (Lidzbark Warminski)

Seitdem ich mit dem Schreiben dieser Briefe begonnen habe, drängen sich Bilder wie eine eine aufspringende Flut in mir hoch – bedrängen mich so, dass ich einfach weiterschreiben muß.

Es werden wohl Fragmente kleiner “Geschichtchen”, die sich wie Bruchstücke aneinanderreihen und, wie ich hoffe, im Endeffekt eine wohlabgerundete Erzählung all meiner Erinnerungen aus meiner Kinderzeit abgeben werden.

Ich denke heute, dass es eine Kinderzeit war, die sich ziemlich von anderen “Kinderzeiten” unterschied – insofern dass ich so viele Ortswechsel bis zu meinem 10./11.Lebensjahr durchmachte und dadurch nicht nur als Einzelkind sondern auch durch diese äußeren Umstände fast immer allein auf mich gestellt war. Das hat sich wohl als ein Hauptwesenszug in mich so stark eingeprägt, so dass ich diese Einstellung zum Leben und meiner Umwelt als eine Haupteigenschaft meines Selbsts mein Leben lang beibehalten und daraus agiert habe.
Ich kann deshalb mit Gruppen auch nur schwer umgehen und habe vielfach erlebt, wie sehr ich immer bald zum “Fremdkörper” einer bestimmten Gruppe wurde, der ich mich aus welchen Gründen auch immer anschließen wollte.

Das war jetzt der “Vorrenner” !
Aber nun wieder zu meinen Erinnerungsstückchen vom Abbau:

Es war kein grosses Bauernhaus auf dem Abbau und es war vielleicht auch kein so grosser Hof, was die dazugehörigen Ländereien betraf. Aber es war ein Hof mit einer riesengrossen Scheune, viele Schuppen und Stallungen und einem grossen Misthaufen in einer Hof-Ecke.  Und mitten auf dem Hof stand eine Pumpe, die eine unterirdische Quelle oder auch mittels einer Leitung von einem Quellsee auf einem der nächsten Wiesenhügel an die Oberfäche brachte.

Es war wunderbares eiskaltes, erfrischendes reines und klares Wasser, das dort aus dieser Pumpe kam. und meine Onkels oder auch mein Vater haben sich immer dieses Wasser über den nackten Oberkörper fliessen lassen, wie ich sah und wie sie mir erzählten.

Das Dumme dabei nur war, dass man immer zu zweit sein musste, um in den Genuss des vollen Waserstrahles zu kommen. Einer der pumpte und der Andere, der sich des herausfliessenden Wassers bediente. Wie oft habe ich versucht, als Kind zu pumpen und noch schnell ein  bißchen vom Wasserschwall abzubekommen, denn sobald der Pumpenschwengel stillstand, floß auch kein Wasser mehr ! In meiner Erinnering war diese Pumpe grün, ich kann mich aber auch täuschen und ihre Farbe war eben “eisen-artig”, wie Gußeisen eben so aussieht.

Ich glaube, das Größenverhältnis der dem Familienhaus zugehörigen Stallungen, Scheune und Schuppen (Remise usw.) zeigte deutlich, dass immer zuerst der Hof als solcher an erster Stelle stand und die menschlichen Bedürfnisse an weiteren auszubauenden Möglichkeiten hinten anstehen mußten. Denn das Wohnhaus war verhältnismäßig klein,
wenn man bedenkt, dass meine Grosseltern hier 6 Kinder aufgezogen hatten. Es hatte nur 4 Zimmer, 1 Küche mit Seihkammer und oben auf dem Boden war noch ein ausgebautes Bodenzimmer and der linken Querseite, das aber unbeheizbar war.

Wie meine, ach so geliebte Tante mit ihrem fuchsroten Haarschopf und den vielen Sommersprossen, mir erzählte, konnte sie in ihren späteren Jugendjahren nur ungeduldig
den Frühling erwarten, bis sie aus dem “Gewuhle der jüngeren Geschwister” in das ruhige
“Alleinsein” dieser Bodenkammer ziehen konnte bis zur nächsten kalten Jahreszeit. Sie hat sich dann einen neuen “Strohsack” mit frischem Stroh als Matratze gestopft und der wurde mit einem Laken aus widerstandsfähigem handgewebtem Leinen bedeckt, so dass kein pieksendes Hälmchen hindurchkam und den Schläfer stören konnte.

Ich selbst habe dort mit meiner Tante geschlafen (auch auf so einem Stohsack im Kuhlchen, das ich mir nach den Anweisungen meiner Tante gebaut hatte, wenn wir (vor meiner Schulzeit) dort in jedem Frühsommer uns aufhielten – ich liebte es dort zu sein – fernab von allen sog. strengen Erziehungszwängen, die meine Mutter immer für mich in Harburg bereithielt – immer im Hiunblick auf das, “was die Nachbarn denken könnten oder sagen würden”!

All das gab es nicht auf dem Hof meiner Grolsseltern. In Harburg wohnten in den ersten
Kinderjahren meine Tante (die mit den fuchsroten Haaren) unter uns im gleichen Hause und ich war wohl auch mehr dort bei ihr als oben bei meiner Mutter, der das ziemlich heftige Temperament der “Koslowski-Familie” zu eigen war. Ich liebte alles, was ruhig und still war so wie es auch mein Vater und die rothaarige Tante war und vor allem der Abbau-Hof inmitten einer ruhigen, gemächlich sich ausbreitenden Landschaft vor den Toren Heilsbergs im Ermland.

Heute heißt es Lizbark Warminski, liegt in Polen, hat aber keinen polnischen Namen – ich denke immer, es ist eine alte prussische Bezeichnung, in einer längst ausgestorbenen Sprache, die dem Baltischen ähnlich gewesen sein soll. Mir selbst kommt dieser jetzige Name so vertraut und bekannt vor und wenn man ihn googelt, kann man noch heute viel von der Schönheit dieser alten Kreisstadt auffangen, obwohl so manche Teile in der Schlacht um Heilsberg zerstört und dann später wieder neu aufgebaut wurden mit neuen Vierteln.

Also ich zersplittere mich schon wieder und komme vom Thema ab… eigentlich wollte ich das Wohnhaus auf diesem Abbau beschreiben.

Es war so schön weiß gekalkt, in  der Mitte die Tür zu der ein-zwei Stufen hinaufführten. Dort legte die zum Hof gehörende Tiegerkatze imme ihre Mäusebeute – aufgereiht in schöner Ordnung hin – “wie Soldaten” : pflegte mein Opa zu sagen – und und schaute dann erwartungsvoll auf meine Oma, wenn sie frühmorgens die Tür aufmachte. Sie wollte natürlich ihr Lob und bekam es auch immer. Dann stellte meine Oma mit lobenden Worten ein Schälchen frischer Milch vor die Katze als Belohnung und warf die Mauskadaver dann sofort auf den Misthaufen. Auch das war das immer wiederkehrende morgendliche Ritual – Katze und Oma.

Wenn man in den Haudflur kam – alles war in einem lichten Hellblau dort – Wände und die
mit Holzleisten verschalte Treppe zum Boden, die mit einer Tür meist verschlossen war.

Rechts davon ging es zur Küche und Seihkammer.

Die Küche hatte noch einen dieser alten eingebauten grossen Herde und die Ofenlöcher für die verschiedenen Topfgrößen wurden mit Ringen dem benutzten Topf angepaßt – mit Feuerhaken schwungvoll aber vorsichtig, denn sie waren heiß!

RRRummss ! Ring mit Feuerhaken eingehakt und auf die Herdplatte geschoben … Es war immer heiss oder ziemlich warm um die Herdecke herum, denn meine Oma war ja autark und unabhängig von irgendwelchen Lebensmittel-Läden. Geld war knapp und ist auch wohl immer knapp gewesen auf diesem Hof, denn alles ging erst einmal in die Erhaltung des Hofes und dann kamen immer erst hinterher die Menschen.

Meine Oma buk das Brot – wunderbar duftendes Brot in runden Laiben, wenn es aus dem Ofen kam, sie butterte die selbst gemolkene Milch und kochte das Schweinefutter dort –
nebenbei nähte sie alles für die Familie und beschneiderte auch noch andere Verwandte,
die zu “Tante Martha” auf den Abbau kamen.

Und dann noch 6 Kinder großziehen! Meine Tante,  die mit den feuerroten Haar (“Rote Haare, Sommersprossen sind des Teufel’s Volksgenossen” aber für mich war sie ein Engel) erzählte mir immer, dass die Oma immer so früh aufstand und speziell an kalten Herbst- und Wintermorgen nach dem “Tierfüttern” ihre eiskalten Hände unter die Bettdecke ihrer Kinder steckte, um die steifen und kalten Glieder wieder aufzuwärmen, was immer ein grosses Geschrei verursacht haben dürfte.

Kein Wunder, warum die Oma, so wie ich sie kannte, eine ziemlich barsch-harsche Frau war, mit streng zurückgekämmten Haaren zusammengezwirbelt zu einem Hinterkopf-Knoten.
Hinter der funkelnden Brille war nicht viel von ihrem wirklichen Gesicht zu sehen und als ich sie einmal fragte, wie sie ihr Haar so ordentlich und streng zurückhalten konnte über den ganzen Tag, kam die Antwort kurz und bündig :”Zuckerwasser, Kind. Ich mache es mit Zuckerwasser!” Das war Oma und ich liebte sie auch heiß und innig. Aber sie war eine harte Frau geworden mit einem Scheffel voll harten Lebens hinter sich.

Aber davon ein anderes Mal. Das ist wieder eine Geschichte für sich allein, die will gesondert erzählt werden.

Sie hatte als sehr junge Witwe mit zwei Kleinkindern den Opa Wölki kennengelernt und ich glaube, das war Gottes’ Strohhalm für sie zu einem weiteren und ausgefüllten Leben. Denn sie hatte sich mit ihren Halbwaisen auf ein kleines weiter von der Stadt entferntes Dorf zurückgezogen wohl auch aus ökonomischen sprich: wirtschaftlichen Gründen.

Dann lernte sie den Wölki kennen, der ein sog. “Zwölfender” war. Nach 12 Jahren freiwilliger Verpflichtung als Soldat wurde man mit einer beträchtlichen Geldsumme aus dem Militär-Dienst entlassen und ich denke, dass die beiden damit diesen Abbauhof erwarben und fleissig, wie sie waren, ihr Leben dann angingen. Streng katholisch, alle Kinder wurden gleich behandelt und fühlten sich als eine Familie.

Die Mutter Maria mit dem brennendem Herzen und der Jesus als Pankrator mit dem ihm eigenen Mudra hingen im Schlafzimmer am Kopfende über dem Bett meiner Großeltern.

Habe ich euch nun lange genug gelangweilt – ich jedenfalls fand es für mich so befreiend, alles Stück für Stück hier aufzuschreiben, so wie es mir in den Sinn kommt und die einzelnen Bilder in mir aufsteigen.

Derweil befinde ich mich als kleines Mädchen auf der Wegstrecke in die Kirche (Peter und Paul) zum Fühgottesdienst am Sonntag. In meinem besten duftigem Voilekleid – weiß mit kleinen Blümchen bedruckt – immer am Wald entlang bis zu der schmalen Schneise, die in das Walddunkel führt. Da werden dann immer meine Schritte langsamer und zögernder, denn ich habe Angst vor diesem dunklen Loch – und dann fasse ich Mut und renne so schnell ich kann an dem dunklen Loch – dem Eingang zur Finsternis –
vorbei – geschafft ! Und gehe dann ganz ruhig weiter und jedem (es waren nur wenige, die mich vorbeigehen sahen) dem ich begegnete rief mirzu: “Gehst in die Kirche? Beet’ e
Vater-Unser-che für mich mit, ja Eeivche?”  Ja, ich hatte dann im Gottesdienst viel zu tun mit all den “Vater Unser-chen”, die ich versprochen hatte…. und ich war darin sehr gewissenhaft !

Manchmal kam ich dann erst nach dem Hochamt wieder aus der Kirche ..Was ich dort so lange gemacht habe ? Ich weiß es nicht -alle die Gebete waren gesprochen und ich schaute zu den wundervollen farbigen Glasfenster hinauf, durch die die Sonnenstrahlen rebogenschimmernde Lichter zeichneten und heute denke ich, dass es eine Art von Trance war, in die ich dann fiel und immer stellte ich mir vor, dass Gott dann in die hochgehaltene Monstranz einkehrte, wenn zuir Wandlung die Meßdiener ihre Glöckchen läuteten (Tranzsubstantiations-Lehre der Katholischen Kirche). So wurden diese sonntäglichen Gottesdienste zu meiner Kindheits-Meditation, die ich immer wieder aus mir hervorrufen kann.

Neulich noch habe ich Lidzbark Warminski für mich gegoogelt und die Kirchenphotos mir noch einmal angesehen. Das hat diese Erinnerungen wieder aus mir hervorgeholt und ich wollte es euch unbedingt hier erzählen.

Das war nun mein 2. Brief aus dem Abbau an euch!
Wie eine grosse Flut werde ich überschwemmt von all diesen Bildern, seitdem ich diese Briefe angefangen habe.

Sie lasssen mir keine Ruhe, ich glaube, ich muss erst alles aufgeschrieben haben und es so in die Welt geschickt haben und zum lieben Gott dort oben! Mit bestem Dank zurück !

Zu Hause

 An tiefklaren Seen – fernab von diesem Land,
wo tiefblauer Himmel die Erde umspannt-
dort komm ich her –

Wo Wälder dunkles Grün umweben
in hohe Erdentempel weit
und spiegelklare Flüsse rauschen,
das war meine “Kornfeld-Zeit”.

Goldenschwer hing die Ähre am Halm
und der Wind schnitt hohe Wellen ins Feldermeer –
so golden-grün war meine Welt –
so hoch schwang sich der Blick ins Himmelszelt !

Und Blüten im Frühling . ganze Seen, ein gelbes Meer,
schwangen die Köpfe wie ein strahlendes Heer –
und leises Summen, der Bienen Schwarm,
so nahm mich dieses Land in seinen Arm !

Ich war “die kleine Hex im Werden”,
lang schien die Lebensreise auf der Erden.
Ich träumte schon wahr in jenen Tagen,
ich wusste um das Ziel der Reise
und wollte es wagen….

 Geborgen zwischen den Leibern der Tiere,
ich fühlt’mich so wohl in ihrem Geviere.
Und wenn ich in ihre Augen dann schaute,
sich eine andere Welt in mir baute.

Wir banden das Korn, das geschnitten dort lag
und stellten die Garben auf im sonnigen Tag –
und wenn abends die Dämmerung aufblaute,
schauten wir ins Land – ganz ohne Laute –

Wenn morgens die Sonne mit ersten Strahlen
die Vögel aufweckte zu vielen Malen,
der Apfelbaum sich Blüten ansteckte,
das war, als mein Herz seine Heimat entdeckte.

Ich nahm sie auf mit tiefen Sinnen;
dort lebt sie noch fort . in der Seele hier innen.

Und wenn ich zerschlagen von der Steine Frust,
müde vom Stadtlärm und lauter Lust –
vom harten Muss der heutigen Tage –
dann geh ich dorthin und ich labe
mich an meiner Urheimat Bilder –
und mein Herz ist getröstet und milder –

Ich bin ja so reich mit dieser inneren Schau
und hab’ meine Heimat ja nie verloren –
in meiner Seele wird sie immer wiedergeboren.
Sie gibt mir die Kraft, im heutigen Leben
das Gewicht auszuwägen im Nehmen und Geben –

So verbracht ich mein Leben dort in Träumen –
hing meine Seele auf – hoch in den Bäumen –
liess ruhig meine Beine baumeln,
nie sah man mich auf dem Wege taumeln.

…und geh ich in den Brunnen meiner Tiefe.
ist’s noch immer, als ob es mich riefe:
Es lacht und zwitschert mit den Vögeln im Wind :

Es ist ja immer noch dort :”Mein Inneres Kind” !

 Eva Maria Holstein – (Contra)Mary 2.04.1992

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