E.M.H. “Briefe vom Abbau” Nr.1


Das hier wird keine blosse Übersetzung meiner englischen Briefe an Bruder Dave … Dieses Projekt hier führt bereits nach den ersten drei Sätzen ein intensives Eigenleben, das an die Oberfläche will und dem gebe ich einfach nach.

In Form von Briefen (villeicht an meine Enkel?) erzähle ich hier meine Erinnerungen und Erlebnisse aus heutiger Sicht und ich weiss selbst nicht, wohin mich dies alles führen wird.

Ein Konzept? Habe ich nicht ! Wie alles in meinem Leben – es geschieht etwas und ich lasse es geschehen. So werden diese Briefe ihren eigenständigen Lauf nehmen, ich horche in mich hinein und schreibe auf, was dann hervorkommt und hervor will.

Ja, ein Konzept gibt es für mich doch! Nämlich, keines zu haben, denn da ist etwas, an das ich fest glaube:

“Jedes menschliche Tun, sei es handwerklich oder geistig, erhält bei seiner Geburt/Schöpfung  von seinem menschlichen Schöpfer ein kleines Bißchen von der Seele des Menschen oder besser ausgedrückt, vom göttlichen Seelenfunken im Menschen. Und diesen Seelenfunken gilt es, meiner Ansicht nach, zu achten und zu schützen, damit ein jegliches menschliche Tun und Wirken gedeihen und wachsen kann.

Und diesem kleinen sich in meinem Tun ausbreitenden  Lichtseelchen gebe ich all meine Zuneigung und Achtung ! Es ist nicht so sehr mein Tun als ein Fördern dieser kleinen Lichtseelen, die ich verwaltend nur als Teil des Lichtes weitergebe, das ich von unserem, göttlichen “All-Was-Da-Ist” empfangen habe zugleich mit meiner eigenen Geburt:.  “Danke lieber Gottvater und Gottmutter, ich werde dies nach bestem Wissen und Gewissen verwalten und vermehren!”

“Meine Briefe vom Abbau”

Ich muss etwas hier vorausschicken zum besseren Verständnis:

Der Titel dieser Serie ist “Briefe von meinem Abbau” Die Erklärung ist folgende:
es ist keinesfalls ein Abbau meines Selbsts oder meiner Person gemeint sondern ……

Also: Was ist ein Abbau?

Als “Abbau” wurden in Ostpreußen die  Bauernhöfe bezeichnet (nach Einführung der Stein-Hardenberg-Landreformen nach dem Sieg über Napoleon), die ausserhalb einer dörflichen oder städtischen Gemeinschaft lagen, also eine Art von Einsiedelhöfe, wie sie z.B. in Bayern heissen.) Und da ich als Kind so viele Sommer auf so einem Abbau, dem Hof meiner Großeltern, verbracht habe, weiss ich genau, wovon ich spreche. Der nächste Nachbarhof lag wohl so 8-10 Min-Fußweg entfernt, so dass sich auf so einem Abbau ein vollkommen selbständiges Leben entwickeln konnte. Vielleicht beruht auch meine eigenständige und selbständige Art zu leben auf diesen tiefwurzelnden Kindheits-Erlebnissen auf so einem “Abbau”. Ich habe irgendwo sogar noch Postkarten und Briefe, wo zuzüglich zur Adresse des Straßennamens und der Hausnummer auch noch “Abbau” angegeben ist.

Also dies sind Briefe von meinem Abbau, von einem Hof, der ohne Nachbarn wie eine kleine Wohninsel inmitten von Feldern und an einem meist menschenleeren aber befestigten Weg liegt, der sich quer durch das Land von Dorf zu Dorf zieht und meist nur selten von Fuhrwerken befahren wurde. Denn die Bauern aus den weiter entfernten Dörfern spannten nur bei seltenen und größeren Gelegenheiten wie Kirchenfesten oder Markttagen ihre Fuhrwerke an, um in die nächste Stadt zu fahren. Dies als eine Art “Vorweg-Erklärung”.

Mit diesen Briefen versetze ich mich ein Stück zurück in die Landschaft meiner Kindheit, die ich seitdem immer in meinem Herzen getragen habe und schreibe von einem imaginären Ort meines Selbsts, in dem sich die so voneinander verschiedenen Eigenarten eines Menschenlebens, nämlich meines eigenen, vermischen. 

Ostpreußen – meine eigent.liche Heimat – fuchsrote Haare meiner Paten- und Lieblingstante und kastanienrot waren die ihrer Halbschwester Erna. Wenn ich es so richtig bedenke, war die ganze Familie mehr rothaarig als blond, eine Farbe, die sich in verschiedenen Schattierungen auf die gesamte Familie verteilte sogar auf meinen Großvater, der eigentlich gar nicht mein  Großvater war, denn er hatte meine Oma als junge Witwe mit 2 Kindern geheiratet. Er hatte einen so positiven aufstrebenden knallroten “Kaiser-Wilhelm-Schurrbart” dem ich den richtigen Schwung nach oben zwirbeln durfte, wenn ich auf seinem Schoß saß. “Nun gehts bergauf” ! pflegte dann einer von meinen Anverwandten zu sagen.

Die Menschen dort waren mehr von der wortkargen Art. Denn so leicht war das Leben dort nicht, das sie zu bewältigen hatten. Waschmaschinen, elektrisches Licht gab es nicht. “So ‘n neumodscher Kram kommt mir nicht ins Haus!” Ich hörte das nicht nur einmal. Abends wurde so lange in der Stube gehockt, aus dem Fenster geguckt und sich etwas erzählt, bis es ganz dunkel war und meine Oma die mit Perlenschnüren verzierte Petroleumlampe von der Decke bis zum Tisch hinunterzog und anzündete. Alles versammelte sich dann um den Tisch herum und ich wartete dann ziemlich ungeduldig als Kind, bis meine Oma die großen Teller mit Wurst- und Schinkenbroten hereintrug. J

Ja, die waren so köstlich, aber erst mußte ich meinen Teller Ihrer “Klunkersuppe” leeressen. Das war mein grosser Alptraum! Es war eine Milchsuppe, in die meine Oma mit Mehl verührte Milch während des Kochens in den Topf über einen Holzlöffel laufen ließ. Sobald diese Mischung die köchelnde Milchoberfläche berührte, wurden daraus eklig glitschige Klunker. Mit jedem Löffel dieser Klunkersuppe musste ich mit einem Würgereiz kämpfen – aber das half alles nichts – meine Oma hatte damit 6 Kinder großgezogen und ich war als nächste Generation d’ran. Aber jeder Teller war dann auch endlich einmal leer und ich durfte an die wunderbaren Brote, beschmiert mit selbstgemachter Butter – immer ein wenig salzig und voller Duft nach Wiesen – geschnittene Scheiben aus selbst gebackenem rundem Brotlaib, auf dessen Unterseite meine Oma immer ein Kreuz mit dem Messer machte, sobald es aus dem Ofen kam und etwas abgekühlt war.

Und dann der Belag ! Mir läuft jetz noch das Wasser im Munde zusammen, wenn ich daran denke. Wurst und Schinken kamen aus der Räucherkammer, die am Schornstein auf dem Boden angebaut war. Und die selbsteingemachte Leberwurst stand in Gläsern in den Kellern unter dem Haus zusammen mit anderen selbstkonservierten Gemüse und Früchten oder Marmeladen.

Das war nur ein Stremel Erinnerung aus meiner Kindheit auf dem Abbau. Da sind noch viele andere, die ich alle so nach und hier aufschreibe als zeitversetzte Briefe von dort …

Wie anders kann ich  denn noch jetzt meine grosse Liebe zu meinen Großeltern ausdrücken, als ihnen auf diese Art und Weise ein Denkmal zu setzen und zu danken?

Dieser in einer so intensiven blauenden Farbe von Azur tiefhängende ostpreußische Himmel, auf dessen Fläche weisse “Kopfkissen-Wolken” gemächlich dahinzogen – farblich nur zu beschreiben für diejenigen. die diesen Himmel selbst mit eigenen Augen gesehen haben!

Und unter diesem Himmel die sich ausstreckenden Felder mit flächig verteilten Bodenfrüchten : Getreide, Wrucken, Runkeln und Kartoffeln – Dreifelder-Wirtschaft nannte man das. so etwas bekommt man als Kind schnell mit und die Bedeutung für diese Bezeichnung auch.

Und wenn der Sommersonnenwind über die Kornfelder strich, machte er Wellen mit den unzähligen Getreidehalmen, so daß aus diesen Feldern wellenschlagende grünliche Meere wurden, die dann mit zunehmender Reife einen Farbwechsel ins Gelbe durchmachten und einen wunderbaren gold-gelben Kontrast zu dem tief-azurnen ostpreussischen Himmel bildeten. Das war dann kurz vor der Ernte, zu der alle erwachsenen Kinder aus der nahen Kreisstadt und anderen Gegenden, wo sie lebten, auf den Hof kmen, um zusammen die Ernte einzubringen. Auch mein Vater richtete seinen Urlaub immer so ein und kam dann aus Hamburg angereist.

Ich sass dann hoch auf dem Leiterwagen, auf dem die Korngarben aufgebaut waren und im positivsten Fall waren sie schön trocken und konnten gleich so vom Erntewagen in die Scheune eingelagert werden.

Ich war ja allein als Kind auf diesem Abbau und wie ein trockener Schwamm habe ich alles aufgesaugt, was sich die “Erwachsenen”  alles so erzählten, Leider aber sprachen die nicht so viel, denn jeder war dort mit seiner eigenen Arbeit
beschäftigt.

Ich weiss nur noch, dass mein Opa sich jeden Sonntag nach dem Gottesdienst (die Kirche war in der nahen Kreisstadt – ca. 35 Minuten Fußweg) und Mittagessen sich aufmachte und in seinem “Sonntagstaat” aus dem Haus spazierte. “Er besucht jetzt die Felder und spricht dort mit ihnen !” pflegte meine Oma zu sagen und ich weiss jetzt, dass diese Felderbegehung sein sonntägliches Ritual war, um sich mit seinem Werk zu verbinden. Damals habe ich es natürlich nicht so verstanden, aber als gegeben hingenommen, dass Opa mit seinen Feldern und den Anpflanzungen dort sprach. Und ich war ein kleiner Schwamm – alles zog ich in mich hinein – diese tiefe Stille auf dem und um den Hof herum nur manchmal  unterbrochen von dem Aufgackern des Hühnervolkes.

Ach, da ist so viel mehr an Bildern, Tönen und Lauten, die aus meinem Herzen empordringen und ans Tageslicht (sprich: auf diesen PC) wollen.

Aber Schluss für heute, da ich sonst in der Konzentration nachlassend Gefahr laufe, mich hier zu wiederholen.

Dies war mein erster Brief vom Abbau – Reminiszenzen aus der Kindheit – etwas ausschweifend, denn ich wollte eigentlich nur die ostpreußische Bedeutung von “ABBAU” hier erklären oder meinst’ nei ?

Aber genug für heute !

Fortsetzung folgt…..

Eva Maria

Ein kleiner Abglanz von ostpreußischen Humor … wenn andere Menschen aus anderen Gegenden in Jubelschreie über den beginnenden Frühling and die Blütenträume desselben ausbrechen, hier so ungefähr ist der “Jubelschrei” der Ostpreußen :

Friehling kommt. verdammter,

mit Blum und Sauerampfer –

die A- und andre Meeisen,

die singen ihre Weeisen

wie scheen ist doch der Meei,

oder meinst’ neei ???

Mein Kommentar dazu:

(die menchlichen Gefühle gleichen einander nur der Ausdruck differiert von einander …

wie bei einer Bruchrechnung,: der Nenner bleibt der Gleiche, nur der Zähler wechselt …..)

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1 thought on “E.M.H. “Briefe vom Abbau” Nr.1

  1. “Er besucht jetzt die Felder und spricht dort mit ihnen !” pflegte meine Oma zu sagen und ich weiss jetzt, dass diese Felderbegehung sein sonntägliches Ritual war, um sich mit seinem Werk zu verbinden. Damals habe ich es natürlich nicht so verstanden, aber als gegeben hingenommen, dass Opa mit seinen Feldern und den Anpflanzungen dort sprach.”

    Dein Opa hat es verstanden um was es geht! Die Natur gibt es einem zurück, wenn man mit Ihr interagiert. Wie wir es zurück erhalten dürfen wir selber herausfinden. Ursache und Wirkung ist das was man das nennt. Auf einer Ebene welche wir Menschen leider vergessen haben. Die Natur und die Verbundenheit zu dieser lehrt uns in die Stille zurück zu kehren. Dort in der Stille liegt die Kraft aus der wir schöpfen können, dort aus dem Raum der Stille entstehen Universen

    Marc

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